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Sonntag, 8. Februar 2015

ERKLÄRUNG DER REGIERUNG DER REPUBLIK VIETNAM VOM 26. APRIL 1958 ÜBER DIE FRAGE DER WIEDERVEREINIGUNG

Trân trọng giới thiệu tài liệu do Anh Đào chuyển thể từ bản chụp sang dạng chữ viết nguyên ngữ tiếng Đức của văn kiện ngoại giao: 
"ERKLÄRUNG DER REGIERUNG DER REPUBLIK VIETNAM VOM 26. APRIL 1958 ÜBER DIE FRAGE DER WIEDERVEREINIGUNG" - được công bố bởi Sứ Thần Việt Nam Cộng Hòa tại Bonn - Cộng Hòa Liên Bang Đức ngày 26.04.1958 về "những vướng mắc trong vấn đề Tái thống nhất đất nước". Bản dịch tiếng Việt của Nguyễn Hội đã từng được đăng tải. Tái bản dịch có hiệu đính của Anh Đào cùng link và hình ảnh phụ chú sẽ được thực hiện trong thời gian tới. 
Trân trọng 
Moderator
nhabaovietthuong.com

ERKLÄRUNG DER REGIERUNG DER REPUBLIK VIET-NAM VOM 26. APRIL 1958
ÜBER DIE FRAGE DER WIEDERVEREINIGUNG 

Gesandtschaft der Republik Viet-Nam
Bonn
1958

***

Präsident
NGO DINH DIEM
Präsident der Republik Viet-Nam

***


In einem Brief vom 7. März 1958, der zu Propagandazwecken diente – denn der Text war sofort durch Radio Hanoi und Radio Peking verbreitet worden – haben die Behörden von Hanoi von neuem die „Herstellung der normalen Beziehungen“, die Prüfung der Wiedervereinigung des Landes, die Einschränkung der Militäreinheiten und den Handel zwischen den beiden Zonen vorgeschlagen.

Obwohl unsere Landsleute im Süden und in Mittelvietnam über den trügerischen Charakter der kommunistischen Propaganda gut unterrichtet sind, muß die Regierung der Republik Vietnam ihren Landsleuten im Norden, die von allen richtigen Informationen und der Weltmeinung isoliert sind, den Widerspruch zwischen den Erklärungen und Handlungen der Behörden in Hanoi und der Gewissenlosigkeit ihrer Behauptung vor Augen führen.


DAS PROBLEM DER WIEDERVEREINIGUNG UND DER
GEMEINSAMEN WAHLEN

Man muß daran erinnern, daß die Regierung immer die Einheit des Landes verteidigt hat. Während der Genfer Konferenz 1954 hat die Delegation des Staates von Vietnam energisch gegen die Absichten der vietnamesischen Kommunisten protestiert. Unsere Delegation hat sogar gegen eine vorübergehende Trennung des Landes gekämpft. Wir haben die Sammlung der Militäreinheiten der beiden Seiten auf begrenzten Gebieten vorgeschlagen und danach die Organisation der freien Wahlen unter der Kontrolle der UNO. Die Delegation der Kommunisten hat den Vorschlag abgelehnt; sie hat die Teilung des Landes vom 17. Breitengrad an gefordert, um über eine größere Bevölkerungszahl als die des Südens zu verfügen. Nach der Flucht der über eine Million Flüchtlingen nach dem Süden verbleiben dennoch 13 Millionen Menschen im Norden gegenüber 11 Millionen im Süden.

Dank ihre Polizeiregimes und ihrer Militäreinheiten, die größer sind als die in der Republik Vietnam, glaubten die vietnamesischen Kommunisten, die größere Bevölkerung des Nordens zwingen zu können, für sie zu wählen, das kommunistische Regime in ganz Vietnam zu verbreiten und den Frieden in Süd-Ostasien zu bedrohen.

Von diesem Gedanken ausgehend wollten die Kommunisten gemeinsame Wahlen in Vietnam fordern, während sie bisher die freien Wahlen in Deutschland und Korea immer ablehnten, denn in diesen beiden Ländern ist die Bevölkerung der unter ihrer Kontrolle stehenden Zonen geringer als die in den freien Zonen; sie hätten daher keine Aussicht, ihren dunklen Plan durchzuführen.

Die widerspruchsvolle Haltung der Kommunisten gegenüber dem Problem der Wiedervereinigung der geteilten Länder zeigt ihre Hintergedanken, Wahlen ohne jede Freiheit und Wahrheit durchzuführen.

Die Behörden von Hanoi fordern gemeinsame Wahlen, während sie in den provisorisch unter ihrer Kontrolle stehenden Zonen nicht zu freien Wahlen schreiten wollen, um ihre sog. Nationalversammlung zu erneuern. Diese Nationalversammlung, die zum Teil aus ernannten Mitgliedern, zum Teil aus im Chaos von 1946 gewählten Mitgliedern bestehet, befand sich schon vor der Tatsache, daß mehrere Mitglieder nach dem Süden geflohen waren. Nach den Vorschriften ihrer Verfassung, die ohne Debatte während einer Sitzung, die nur einen Tag dauerte, angenommen wurde, ist dieses Mandat der Kommunistenversammlung schon seit mehr als 8 Jahren erlöscht. Nun haben diese vietnamesischen Kommunisten ihre Verfassung selbst nicht respektiert. Sie haben im Norden ihr kommunistisches Regime eingerichtet, ohne die Bevölkerung zu befragen. Und sie werden sie nie darüber befragen, denn sie wissen, daß die Bevölkerung niemals dieses Regime akzeptieren wird.

Unsere Regierung hat durch ein Referendum vom 23. Oktober 1955 eine Volksbefragung durchgeführt, nach der das alte Regime abgeschafft und die Republik proklamiert wurde. Danach hat unsere Regierung im März 1956 allgemeine Wahlen in Mittel- und Süd-Vietnam für eine Nationalversammlung veranstaltet. Diese Nationalversammlung hat eine Verfassung ausgearbeitet und gewählt, die dann auch verkündet wurde.

Diese demokratischen Institutionen und die Fortschritte, die unsere Regierung auf wirtschaftlichem, politischem und sozialem Gebiet erzielt hat, haben unserer Regierung die Sympathie der ganzen Welt eingetragen. Heute haben 56 Länder unsere Regierung bereits anerkannt, diplomatische Beziehungen mit uns unterhalten oder für unseren Eintritt in die UNO gestimmt. Die kommunistischen Behörden im Norden haben nur die Anerkennung der etwa 10 kommunistischen Regierungen erhalten. In den letzten Jahren hat sich er Einfluß des freien Vietnams beträchtlich verstärkt: unser Land ist heute Mitglied von 33 internationalen Organisationen, und Saigon wurde zum Sitz mehrerer internationaler Konferenzen gewählt. Es ist allerdings seltsam zu sehen, wie diejenigen, die für die Teilung des Landes verantwortlich sind, es nicht wagen, in der vorübergehenden unter ihrer Kontrolle befindlichen Zone Wahlen zu veranstalten und dann noch unsere Regierung beschuldigen, die Wiedervereinigung des Landes und die gemeinsamen Wahlen abzulehnen.


DAS PROBLEM DES FREIEN INTERZONENVERKEHRS

Die Behörden von Hanoi haben der Bevölkerung des Nordens verheimlicht, daß sie das Recht der Zonenwahl hatte. Durch Schreckensherrschaft haben sie die Flucht der Bevölkerung vom Norden verhindert; sie haben mit Gewalt die Familienangehörigen der nach dem Süden Geflohenen zurückgehalten. In Ba-Lang und Luu-My haben sie das Feuer gegen die eröffnet, die versuchten, die freie Zone zu erreichen.

Sie haben auch die Zeit des freien Interzonenverkehrs und der Zonenwahl verkürzt, indem sie sie auf den 19. Mai 1955 festlegten. Nach diesem Zeitpunkt hat unsere Regierung vorgeschlagen, die Zeit des freien Interzonenverkehrs zu verlängern. Aber die Regierung von Hanoi wollte so schnell wie möglich die Verbindung zwischen den beiden Zonen auflösen, um die Flucht nach dem Süden zu stoppen und hat oft genug ihren schlechten Willen erwiesen. So gewährten die Behörden von Hanoi eine Verlängerung der Evakuierungszeit von nur zwei Monaten, d.h. Bis zum 20. Juli 1955 und während dieser zwei Monate stellten sie nur ein Schiff zur Verfügung, für die, die nach dem Süden fahren wollten.

Trotz aller Bemühungen, die Flucht zu verhindern, trotz des Terrors und der Gewalttaten, trotz kurzer Evakuierungszeit sind fast eine Million Landsleute vom Norden nach dem Süden geflohen. Obwohl unsere Landsleute auf der anderen Seite des 17. Breitengrades ihrer Bewegungsfreiheit selbst in ihrer eigenen Zone beraubt sind, fliehen viele zur Zeit zum Süden, indem sie zu Fuß die Gebirgskette von Annam überschreiten oder in zerbrechlichen Booten an der Meeresküste entlangziehen. Einige sind durch Mißgeschick in die Hände der Kommunisten gefallen und ermordet worden oder mußten die schwersten Qualen ertragen. Andere sind vor Erschöpfung im Dschungel umgekommen oder fielen den Stürmen des Meeres zum Opfer.

Zur Zeit haben 81.123 Menschen und 1955 Familien selbst oder durch Vermittlung ihrer Vertreter gebeten, zum Süden zu ziehen. Ihr Gesuch wurde der Internationalen Kontrollkommission übergeben. Aber die Behörden von Hanoi widersetzen sich diesen Forderungen.

Außerdem haben mehrere Familien aus Mittel- und Süd-Vietnam die Rückkehr ihrer Brüder, Männer und Kinder gefordert, die Kommunisten einst gewaltsam in den Norden entführten. Ihre Gesuche, insgesamt 11.196, sind an die Internationale Kontrollkommission weitergegeben worden. Außer diesen Anträgen gibt es noch zahlreiche andere, die von den Betreffenden direkt an die Kommission gerichtet worden sind, und deren Zahl niemals veröffentlicht wurde. Durch ihren Widerstand sind die Behörden von Hanoi für die schmerzliche Lage der getrennten Familien verantwortlich. Nachdem die Kommunisten den freien Verkehr sogar innerhalb Nord-Vietnams verboten haben und sie die Leute, die gern weggezogen wären, daran gehindert haben, propagieren sie jetzt zynisch „Bewegungsfreiheit“ und die „Wiederherstellung der normalten Beziehungen“.


DAS PROBLEM DER EINSCHRÄNKUNG DER MILITÄRKRÄFTE

Seit 3 Jahren appellieren die Behörden von Hanoi immer für den Frieden. Aber ihre Handlungen stehen immer in großem Widerspruch zu den Themen ihrer Propaganda.

Sie haben nicht aufgehört, ihre Militärkräfte und Waffenausrüstung seit dem Waffenstillstand zu erhöhen und verletzen so das Genfer Abkommen, das sie selbst unterschrieben haben.

Man sollte die diplomatische Note der Regierung von Großbritannien vom 9. April 1956 an die Sowjetunion erwähnen. Als Ko-Präsident der Genfer Konferenz hat die britische Regierung die Behörden von Hanoi beschuldigt, seit dem Waffenstillstand ihre Militärkräfte verstärkt und ihre Armee von 7 auf 20 Divisionen mindestens erhöht zu haben.

Kürzlich hat der französische Außenminister im März 1958 darauf hingewiesen, daß die Behörden von Hanoi ihre Armee auf 350.000 und die Volkspolizei auf 200.000 erhöht haben.

Sie haben auch Waffen aus kommunistischen Ländern eingeführt, um ihre Militärkräfte zu verstärken. Während der drei letzten Jahre respektierten sie nie das Genfer Abkommen, indem sie der internationalen Kontrollkommission über die Waffeneinfuhr in Vietnam nie Mitteilung gemacht haben.

Im Widerspruch zu diesen Tatsachen erklärten die Behörden von Hanoi, daß sie ihre Militärkräfte auf 80.000 Mann herabgesetzt haben. Aber bisher haben sie nie etwas über den wirklichen Stand ihrer Armee verlauten lassen, weder vor noch nach dieser sogenannten Reduzierung. Für ihre Aussage haben sie keine Beweise und verweigern jede Untersuchung.

Sie haben keinen Grund, eine Armee, die viel stärker als die der Republik Vietnam ist, zu unterhalten. Das ist eine Bedrohung des Friedens, nicht nur für Vietnam, sondern auch für andere Länder in Süd-Ostasien. Um diese übermäßig große Armee zu unterhalten, haben die Behörden der Bevölkerung in Nord-Vietnam hohe Steuern aufgezwungen und das System der „Denunziation“ eingeführt, wo Frau und Kinder, nachdem sie gezwungen wurden, Eltern oder den eigenen Mann anzuklagen, „das Gold des Volkes“ versteckt zu haben, diese selbst schlagen mußten und so das Zeichen zum Lynchen dieser unschuldigen Opfer gaben. Man kann sagen, daß unser Volk unter der Regierung des Nordens wie kein anderes Volk je gelitten hat.

Im Gegensatz dazu hat die Regierung der Republik Vietnam seit dem Genfer Abkommen immer für den Frieden gearbeitet. Um die nötige Arbeitskräfte für den Wiederaufbau des durch den Krieg verwüsteten Landes zu gewinnen, haben wir unseren Militärbestand von 242.000 auf 150.000 Mann herabgesetzt, und wir haben die 180.000 Mann des französischen „Corps Expéditionaire“ nicht ersetzt, um deren Bleiben in Vietnam die Kommunisten ersucht hatten. Diese Reduzierung der Militärkräfte ist jedem bekannt. Man kann sich leicht davon überzeugen.

Die Nationalregierung erinnert daran, daß sie am 6. April 1956 u.a. feierlich erklärt hat, keinem Militärbündnis beizutreten und das Errichten von fremden Militärbasen auf ihrem Territorium nicht zu erlauben.


DAS PROBLEM DES HANDELSAUSTAUSCHES

In ihrem Brief vom 7. März haben die Behörden von Hanoi den Handelsaustausch mit dem Süden vorgeschlagen. Nach diesem Vorschlag zu urteilen und den Nachrichten, daß unsere Landsleute im Norden soweit gekommen sind, bei Verwandten oder Freunden im Süden um Hilfe zu betteln, sei es um ein paar Meter Stoff oder um einige Aspirintabletten, muß die Wirtschaft des Nordens infolge des Einflusses der kommunistischen Partei völlig am Boden liegen. Der Vorschlag der Kommunisten hat nicht zum Ziel, den Lebensstandard des Volkes zu verbessern, denn wegen des Monopols, mit dem sie Innen- und Außenhandel belegt haben, fordern sie von den Bewohnern die landwirtschaftlichen Erzeugnisse für einen lächerlich niedrigen Preis und verkaufen sie ihnen danach zu einem erheblich höheren Preis. Ihr Ziel geht nur dahin, den Reichtum des Südens in ihre Parteikasse zu ziehen. Wenn die Behörden wollen, daß man ihren Vorschlag prüft, ist es zunächst notwendig, daß sie das Interesse des Volkes über das der Partei stellen, daß sie dem Volk im Norden jegliche Handelsfreiheit lassen und das Wirtschaftsmonopol aufheben, das die kommunistische Partei bisher inne hatte.


DAS PROBLEM DER POSTVERBINDUNGEN UND BRIEF-KARTEN

Obwohl die Kommunisten in ihrem Brief vom 7. März 58 diese Frage nicht erwähnt haben, haben sie jedoch mehrmals die Wiederaufnahme des Postverkehrs zwischen den beiden Zonen vorgeschlagen. Bis heute haben sich die Kommunisten selbst der Brief-Karten als Propagandamittel bedient, um so mehr als es sich um verschlossene Korrespondenz handelte. Wenn sie den Austausch der Korrespondenz fordern, haben sie kein anderes Ziel, als ihre Einschüchterungs- und Bettelkampagne bei der Bevölkerung des Südens zu verstärken. Im Interesse der Bevölkerung konnte die Nationalregierung diesem Vorschlag nicht nachkommen, sondern beschränkt sich darauf, die Kommunisten um eine einfache Entwicklung des Brief-Karten-Austausches zu bitten, damit die Bevölkerung der beiden Zonen in Verbindung stehen kann.

Diese oben beschriebenen Tatsachen zeigen den trügerischen Charakter der von den Kommunisten gemachten Vorschläge, wie z.B. die Verstärkung ihrer Militärkräfte, das Verbot der Bewegungsfreiheit zwischen den beiden Zonen, die Ermordung von Personen, die nach dem Süden fliehen wollten, die Hindernisse, die sie dem Wiederfinden versprengter Familienmitglieder in den Weg legten und die Ausnutzung des Brief-Karten-Austausches zu Propagandazwecken.

Die Widersprüche zwischen Propaganda und Handlungen der Behörden in Hanoi sind augenscheinlich. Seit Jahren ist ihre Haltung immer die gleiche geblieben. Sie sollen jetzt durch einige Tatsachen beweisen, wie weit sich ihre Haltung geändert hat:

1.    Sie sollen die 92.319 Menschen und die 1955 Familien ziehen lassen, die zum Süden reisen wollen und deren Anträge bei der Internationalen Kontrollkommission vorliegen, so daß diese Leute endlich wieder zu ihren Familien können.
2.    Sie sollen ihre Militärkräfte auf den gleichen Stand wie die von Süd-Vietnam bringen. Erst nachdem diese Reduzierung von einem internationalen geeigneten Komitee überprüft und als richtig anerkannt ist, kann das Problem der Einschränkung der Militärkräfte in den beiden Zonen besprochen werden.
3.    Sie sollen das sog. „Komitee für die Befreiung des Südens“ abschaffen, indem sie auf Terror, Mord in den entlegenen Dörfern, Sabotage der Regierungseinrichtungen zur Verbesserung des Lebensniveaus des Volkes, besonders im Gebiet der Agrarreform und der landwirtschaftlichen Kolonisation, verzichten.
4.    Sie sollen auf das Wirtschaftsmonopol der KP verzichten, damit die Bevölkerung in Nord-Vietnam in voller Freiheit arbeiten und so ihren Lebensstandard erhöhen kann, der auf einen bis jetzt noch nie dagewesenen Punkt gefallen ist.
5.    Sie sollen die Bevölkerung nicht mehr zwingen, in den Brief-Karten ihr Loblied zu singen; sie sollen die Redaktionskomitees der Propagandazwecken dienenden Brief-Karten auflösen; sie sollen keine Repressalien mehr auf Personen ausüben, die Brief-Karten verschicken oder empfangen.
6.    Sie sollen in ihrer Zone die gleichen demokratischen Freiheiten wie im Süden gewähren und den Lebensstandard der Bevölkerung des Nordens mindestens auf den des Südens erhöhen; sie dürfen durch ihr menschenunwürdiges Regime im Norden die Kluft zwischen den beiden Zonen nicht noch mehr vergrößern.

Wenn man die Tatsachen genau überprüft, wird man feststellen, daß der Brief vom 7. März 58 der Behörden in Hanoi im wesentlichen auf die Propaganda und Sabotage gegen die Hilfe der befreundeten Länder hinzielt. Daher haben die Kommunisten in Übereinstimmung mit den Befehlen der Sowjetunion und des kommunistischen China die Amerikaner in ihrem Brief scharf kritisiert und sie beschuldigt, sich in die inneren Angelegenheiten des Südens zu mischen.

Die Wirklichkeit sieht aber ganz anders aus als die kommunistischen Behauptungen: die vietnamesisch-amerikanischen Beziehungen basieren auf völliger Gleichheit gemäß dem internationalen Recht zwischen zwei fremden Ländern, die ihre Souveränität respektieren. Genau wie die Verbindung zwischen der Regierung der Republik Vietnam und anderen Ländern der freien Welt, so dienen auch die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Vietnam und den Vereinigten Staaten der Erhaltung des Friedens und der Freiheit.

Die Beziehungen zwischen den Behörden von Hanoi und den russischen und chinesischen Machthabern gehören dagegen einer anderen Kategorie an. Sie sind die eines Satellitenstaates gegenüber seinem Herrscher. Sie sind die einer niedrigen Klasse gegenüber einer höheren in der Hierarchie einer Partei: die internationale kommunistische Partei. Diese Abhängigkeit zeigt sich nicht nur in der Vereinheitlichung der politischen, militärischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Einrichtungen nach dem Muster der UdSSR und des kommunistischen China. Diese Unterordnung dringt sogar in den Bereich des Denkens ein: in ihren Erlässen und Verordnungen zwingen die Behörden von Hanoi die Bevölkerung des Nordens, die kommunistische Ideologie zu erlernen und nach russischer und chinesischer Politik zu leben.

Im Süden wird niemand gezwungen, die ausländischen Führer zu verehren und zu Hause ihr Bild aufzuhängen. Hier kann es sich niemand vorstellen, daß man sich jemals so seltsam benehmen kann.

Im Norden dagegen zwingen die Behörden die Bevölkerung, den Kult der russischen und chinesischen Führer mitzumachen, ihre Fotos bei sich aufzuhängen und die sowjetischen Gedenktage zu feiern, schließlich verbieten sie jede Kritik an der kommunistischen Ideologie, der Regierung und den Führern der kommunistischen Länder.

Diese knechtische Haltung der Behörden von Hanoi gegenüber den ausländischen Kommunisten bedroht tödlich das Leben des vietnamesischen Volkes und stellt das größte Hindernis für die Wiedervereinigung des Landes dar.

Die kommunistische Ideologie steht in völligem Widerspruch zu den geistigen Traditionen Asiens und dem Nationalcharakter des vietnamesischen Volkes.

Um eine günstige Voraussetzung für die freien Wahlen zu schaffen, müssen die Behörden von Hanoi ihr kommunistisches Regime abschaffen, das sie der Bevölkerung im Norden aufgezwungen haben.

Sie sollen sich nicht Augen und Ohren verschließen. Sie sollen verstehen lernen, daß die Republik der Regierung von Vietnam und das vietnamesische Volk niemals Wahlen akzeptieren, die bar jeder Freiheit und Aufrichtigkeit sind.



ANLAGE

REGIERUNGSERKLÄRUNG DER REPUBLIK VIETNAM
VOM 6. APRIL 1956

Am 30. März 1956 sind die französischen und vietnamesische mi Militärfragen beauftragte Delegation zur Unterzeichnung eines Protokolls geschritten, das die Zeit des Rückzugs des französischen „Corps expéditionnaire“ festlegt, um dessen Rückzug die Regierung der Republik Vietnam am 19. Januar 156 gebeten hatte.

Vor diesem Rückzug, der immer noch die internationale Aufmerksamkeit aus sich zieht wegen der Probleme, die durch den Abzug der französischen Truppen entstehen, möchte die Regierung der Republik Vietnam noch einmal an die unumstößlichen Grundsätze ihrer Politik erinnern.

Diese Politik wird immer auf der Verteidigung der ungeteilten Souveränität Vietnams und der Erhaltung des Friedens basieren, den die Regierung wie auch das vietnamesische Volk aufrichtig wünschen. Im Lichte dieses doppelten Grundsatzes werden also die Vietnam betreffenden Probleme gelöst werden:

1. Rückzug des französischen „Corps expéditionnaire“

Die Republik Vietnam ist der Überzeugung, daß sie zur Erhaltung ihrer Souveränität und im Interesse des Friedens nicht die Anwesenheit einer fremden Truppe oder fremde Militärbasen auf ihrem Territorium dulden könne. Sie hat es außerdem nicht für nötig gefunden, einer Militärallianz beizutreten.

Zufolge dieses Grundsatzes hat die vietnamesische Regierung den Abzug des französischen „Corps expéditionnaire“ in Übereinstimmung mit der französischen Regierung bestimmt.

Der Abzug der französischen Truppen, durch den eine unmittelbare Verminderung der Militärkräfte südlich des 17. Breitengrades erfolgt, bezeugt nur zu gut den Wunsch zum Frieden der vietnamesischen Regierung.

2. Demarkationslinie

Treu eben dieser Friedenspolitik wird die Regierung der Republik Vietnam nicht zu Gewaltlösungen greifen, um diese Probleme zu lösen; sie wird die gegebenen Tatsachen des augenblicklichen Friedensstandes aufrechterhalten. Sie wird nicht versuchen, gegen die Demarkationslinie und die entmilitarisierte Zone, so wie sie im Augenblick in Vietnam bestehen, mit Gewalt vorzugehen.

Sie wird von neuem mit allen friedlichen Mitteln die Wiedervereinigung des Landes versuchen, besonders durch demokratische und wirklich freie Wahlen, wenn die Freiheitsbedingungen wirklich gegeben sein werden, wie sie es so und so oft schon erklärt hat.

3. Internationale Kontrollkommission

Die Regierung der Republik Vietnam, Nicht-Unterzeichner des Genfer Abkommens, erkennt auch weiterhin seine Anordnungen nicht an. Sie betrachtet aber die Internationale Kontrollkommission als einen Verband, der für den Frieden arbeitet. Weil er wie das Land selbst friedliche Ziele verfolgt, wird die Regierung ihm auch weiterhin tatkräftig zur Seite stehen, auf die Sicherheit seiner Mitglieder achten und so weit wie möglich seine dem Frieden dienende Arbeit unterstützen.

***

Durch die Verkündung der unumstößlichen Grundsätze der vietnamesischen Politik hinsichtlich der eben erwähnten Fragen möchte die Regierung der Republik Vietnam ihren Willen noch einmal klar dartun, die Unabhängigkeit des Landes, den Frieden und die Freiheit in Süd-Ostasien zu schützen.

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THƯ NGỎ GỬI CÁC PHÁI ĐOÀN QUỐC TẾ THAM DỰ „ĐẠI LỄ PHẬT ĐẢN“ 2014 TẠI VIỆT NAM





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